Oliver
Lang
Olten, Kunstmuseum: „Commonplace“, der „Gemeinplatz“, ist der treffende
Titel der ersten Museumseinzel-ausstellung des Aargauer Fotografen Oliver Lang
(geb. 1966).
Zu sehen sind 25 seit 1999 mit einer Grossbildkamera aufgenommene,
125 x 160 cm grosse, auf Alu aufgezogene C-Prints. Sie zeigen
Zivilisationslandschaften wie Vorstadtsiedlungen, touristische Treffpunkte,
Wohnwagen, Hinterhöfe.
Was sie auszeichnet, ist die Spannung zwischen der
enormen Vertrautheit mit den Szenen – den halbfertigen Einfamilienhäusern, der Alphütte, dem
Staudamm, dem Bergsee – und dem Schrecken ob der uniformierten Banalität,
welche sie ausstrahlen. Wärme und Kälte treffen schonungslos aufeinander. Lang
akzentuiert diese Ambiguität indem er fast immer dieselben Bildwinkel wählt und
auch die, vermutlich mit viel Geduld abgewartete, Ausleuchtung sehr ähnlich
hält.
So repetiert sich in der Ausstellung, was sich im einzelnen Bild zeigt:
Repetition, Anonymität, Gleichschaltung. Es kommt hinzu, dass er die
geschichtslos aus dem Boden gestampften Normhaus-Siedlungen fast schmerzhaft
menschenleer zeigt.
Die „romantischen“ Natur-Sehenswürdigkeiten hingegen durchsetzt er mit Wander- und Picknickgruppen,
spielenden Kindern, Campern und Sonneanbetenden.
Die Haltung des Fotografen ist
dabei nicht eine offensichtlich kritische, sondern eine auf stimmige Balance
von Form, Farbe und Proportion ausgerichtete; so sehr zuweilen, dass sich das
Realbild zum entlarvenden Modell wandelt.
Olten, Kunstmuseum, bis 25.4.2010
www.kunstmuseumolten.ch
www.oliverlang.ch
Bildlegende:
Oliver Lang: O.T. aus der Serie „Commonplace“, 2005, C-Print auf Alu, 125 x 160 cm.