Parallel zu „Distant Memory“ im Westflügel und im Soussol zeigt das Kunstmuseum im
Ostflügel eine Einzelausstellung des 1970 in Lajoux im Jura geborenen Boris
Rebetez, kuratiert von Barbara von Flüe, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Kunstmuseums Solothurn.
Nach Jahren in Brüssel lebt der mit Fotografie, Zeichnung und
plastischen Arbeiten auftretende Künstler nun in Basel.
Sein zentrales Thema
ist der Raum – der architektonische wie der geographische – den er analysiert,
dekonstruiert und neu in den Raum projiziert oder auch skulptural stellt. Man
erinnere sich seiner Spiegelreflektionen in der Abbatiale de Bellelay 2008.
Zentrales Werk in Solothurn ist ein dem Hauptraum einverleibtes „Treppenhaus“,
das unter dem Titel „Anticipation“ den geplanten (aber finanziell zurzeit
ungewissen) Ausbau des Museums gleichsam als Kunst zur Diskussion stellt.
Einen
unverhofften Bogen zu „Distant Memory“ schlagen die „Montagnes“, aus Bildern
von Mantegna, Fra Angelico und anderen herausgelöste und verselbständigte
Bronze-Skulpturen. Zu sehen sind auch eine Reihe der bekannten Fotocollagen,
die verschiedene Perspektiven in eine flache Sicht kombinieren und dadurch den
Raum quasi aufschlitzen und als „Architektur“ neu zusammensetzen.
Ergänzt wird
die Ausstellung durch Landschaftszeichnungen unter dem Titel „Environment and
the establishment of a way of life“, die durch Schichtungen von Aussensicht und
persönlichem, malerischem Eingriff auf die Gleichzeitigkeit verschiedener
Perspektiven hinweisen.
Bis August 2010